Erfahrung mit friedlicher Protestform und der Provinzpresse

Posted on 27 September , 2012

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2008 im Januar wenige Tage vor der Landtagswahl in Niedersachsen,

Christian Wulff kam zu einer der letzten Wahlkampfveranstaltungen in die Kreisstadt, empfangen im Jubel der CDU-Anhänger.

Plötzlich hält ein Demonstrant zwei Schilder hoch und protestiert so gegen das Ansinnen einer Vorratsdatenspeicherung. 2 Stunden lang hält er die Schilder im Saal hoch – unübersehbar für jedermann.

Am nächsten Tag berichtet eine der lokalen Zeitungen ganz klein.
Als der Demonstrant sich um ein Exemplar einer konkurrierenden Zeitung bemüht, erkennt ihn in der Geschäftsstelle ein Journalist wieder: „Ja Sie waren dass doch, der bei Wulff demonstriert hat – ich hab Sie doch gesehen.“

„Ja, daher bin ich hier, ich wollte mir ein Exemplar mit Ihrer Berichterstattung kaufen.“

„Wir haben nicht berichtet, Sie sind ja friedlich geblieben“.

Der Demonstrant verlässt die Geschäftsstelle und ist verwirrt bis empört.

So geschehen in Nordniedersachsen, zwischen dem 21. und dem 26. Januar 2008.

Das wurde heute niedergeschrieben, als Reaktion auf die Bemerkung:

„23:10 h: Die Diskussionen unter den Demonstranten vor diesem riesigen Polizei-Aufgebot drehen sich oft um dasselbe Thema. Das lässt sich etwa so zusamenfassen: “Wenn wir hier friedlich demonstrieren, erreichen wir kaum oder gar keine Präsenz in den Nachrichtensendungen und Zeitungen in Europa und anderswo. Ja, natürlich ist Gewaltfreiheit richtig, aber solche Veranstaltungen bewirken kaum etwas …”“, gepostet am 27.9.2012

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