Mensch – Arbeit – Lohn – Rente – Chancengleichheit

Posted on 25 August , 2010

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Ein Architekt bekam mehr Geld als ich, der Bodenleger. Er meinte, das müsse so sein, da er ja länger ausgebildet sei und mehr Verantwortung trage.

Ich meinte:

„Ich nutze mich bei meiner Arbeit aber mehr ab, als Du: Ich fresse den Staub, wenn wir altes rausreißen, oder Neues schleifen. Ich kniee und bücke mich jeden Tag zig mal, das verschleißt meine Gelenke. Ich schneide mich häufig. Meine Ohren leiden unter dem Lärm beim arbeiten. Meine Nieren sind dem feuchten Zug im Neubau ausgesetzt. Ich habe ein viel höheres Risiko eine Fähigkeit meines Körpers durch einen Unfall bei meiner Arbeit zu verlieren, als Du.“

„Also: Wenn Du willst, dass wir die Lohndiskussion auf machen – ok, dann laß und da drüber reden:

Als wir beide aus unserer Mutter krochen, da hatten wir noch beide gleiche Chancen auf ein langes, gutes Leben, viel ist seitdem passiert. Und ich denke, wir haben beide ein Recht auf langes, gesundes und friedliches Leben. Ich merke aber, dass meine Arbeit ein Faktor ist, der das begrenzt, also meine Lebensszeit, meine Lebensqualität. Und wie du, bekomme ich für meine Arbeit Geld.

Ich verstehe nicht, warum ich weniger Geld bekomme, obwohl ich mich mehr verschleiße, und wesentlich höhere Chancen habe früher von Erden zu gehen, als Du. Der Lohn könnte ein Ausgleich für verlorene Lebenszeit sein – Der Lohn SOLLTE ein Ausgleich sein! Warum lebst du besser, länger und bekommst dafür mehr Geld als ich? Weil du länger ausgebildest wurdest? Weil du mehr Verantwortung trägst?

Lass und doch da noch einmal in Ruhe und ausführlich drüber reden. Ich sehe diese Zeilen als einen Beginn, lieber Architekt vom Wöchnerinnenbett neben mir. “ (Frei nach einem guten Freund)
Und Ihr Banker, Manager, Journalisten und andere, beteiligt Euch doch an der Diskussion mal persönlich….

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