Bußgeld wegen Schwarzarbeit gegen die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Osterode

Posted on 25 Juni , 2010

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Der Landkreis Osterode verhängte gegen die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Osterode ein Bußgeld über 7500 € wegen Förderung von Schwarzarbeit.

Die langjährige Geschäftsführerin der KHS hatte dem Vorarbeiter einer Malerfirma die Leistungen am privaten Haus „schwarz“ beglichen. Die seit mehr als 20 Jahren als Geschäftsführerin der KHS tätige Frau R. H. sei im Südharz für ihr vehementes Vorgehen gegen Schwarzarbeit bekannt. So berichtet die HAZ in einem Artikel.

Dass der Landkreis Osterode nun gegen die Geschäftsführerin ermittelt wirft Schatten nicht nur auf Frau H. persönlich, sondern vor allem auch auf die Kreishandwerkerschaft als Institution. Die Erklärung, die die derzeit im Urlaub weilende Frau der örtlichen Zeitung gegenüber gab, wirft weitere Fragen auf: „Hätte ich vorher gewusst, dass es ein Fehler ist, hätte ich ihn nicht gemacht.“. Es mutet unglaubwürdig an, dass Leitende Persönlichkeiten des deutschen Handwerks nicht „wissen“ dass man Handwerkerrechnungen nicht „steuerfrei“ bezahlt, andererseits die Kreishandwerkerschaften aber meisterfreie Handwerkersunternehmen aufgrund unbestimmter Rechtsbegriffe verfolgen. Wie kann es sein, dass weder Behörden, Ministerien oder öffentliche Körperschaften einem meisterfreien Betriebsgründer eine rechtssichere Auskunft darüber geben, was er ohne Meistertitel im Einzelnen ausführen darf, und was nicht. Wie kann es sein, dass Behörden, Kammern und Kreishandwerkerschaften aber meisterfreie Unternehmen reihenweise wegen dieser unbestimmten Rechtsbegriffe vor die Gerichte zerren. Und wie kann es sein, das ausgerechnet die – studierte – Leiterin einer KHS „nicht weiß“, wie man Rechnungen zu zahlen hat?

Der Skandal liegt tiefer, das eigentlich unglaubliche bildet die Politik, die sich vehement versteckt und Handwerksklüngel, Zwangskammern und Meisterzwang nicht endlich aufrecht und wirkungsvoll entgegentritt.

Dieser Link führt zu einem Foto mit Frau H. im Harzkurier.

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Posted in: Handwerk, Wirtschaft